Abgezockt?

Seit ich auf Twitter bin hab ich ja nicht mehr geblockt,
weil ich es meistens schaffe mich unter 140 Zeichen aufzuregen.
Heute nicht…

Ich bin ja nun wirklich keine passionierte PC Gamerin,
aber manchmal find ich es eben doch ganz kurzweilig.
Nach 15 Jahren „Nomad soul“ kapituliere ich nun huldvoll vor dem Endgegner.
Das bedeutet – ich brauche ein neues Game – für manchmal.
Am besten eins wo nicht von Anfang an auf mich geschossen wird.
Aber anders als Tetris😉

Der erste Versuch (beim Kauf von Druckerpatronen ein Spiel für 2,99 mitgenommen)
war schonmal ein Fehlgriff, was ich nach 3 Minuten schon gemerkt habe.
Nächste Aktion: alle möglichen Spieleseiten durchforscht und nichts adäquates gefunden.
Also auf Ebay geguckt und auf einige Sachen geboten
wo mehrere Spiele im Paket verkauft werden..
Geboten und Zuschlag bekommen für:
5 Wimmelbildkrimis – nicht das ich vorher wusste was das ist
– aber es klang so als wäre es mehr Logik als Shooter.
für Lara Croft 1 + 2, sowie Hugo 2 – da hatte ich zumindest schonmal die Namen gehört
und da sie so alt sind laufen sie bestimmt auf meinem Laptop.

Dann doch nochmal gegoogelt weil ja gerade Game-Messe war und bei einem Sideby link
auf ein zumindest SCHÖNES game gestossen, dass ich für 10€ auch noch gekauft habe.
Damit sollte meine Suche beendet sein – Bei 11 Spielen für 23€ sollte eines dabei sein
das mein neuer Favorit werden könnte, auch wenn ich glaube an „Nomad Soul“ kommt keines davon ran.

Bis die Spiele ankommen lade ich mir diverse freeware oder Testversionen runter
und weiss nun auch was Wimmelbildkrimis sind. Immerhin es wird nicht auf mich geschossen!
Heute kam das erste Ebay Paket an – die Wimmelbildkrimis.
Original verpackt – wie im Angebot beschrieben.

Erstes Spiel in PC
Nach der Installation sind 4 Games auf meinem Desktop und das blöde GameCenter
von Deutschland-spielt.de wo ich mir einige 60 Min. Testversionen runtergeladen hatte.
Die überzähligen Spiele (Testversionen) und das GameCenter gelöscht und gespielt.
Immerhin – es wird nicht auf mich geschossen! Und diesmal hab ich ja Zeit.
Dachte ich. Mitten in Kapitel 2 (könnten 60 Minuten gewesen sein)
bricht das Spiel ab und das GameCenter erscheint.
Nichts geht mehr. Weder weiter noch neu spielen – noch freischalten
(ist sowieso kein Code im Spiel gewesen).
Die anderen Spiele sind auch von Intenium/Deutschland-spielt.de
– also wohl ähnliches zu befürchten.

Auf den Packungen ist nicht vermerkt dass es sich um Testversionen handelt
– im Gegensatz dort ist von stundenlangem Spielspass die Rede.
Bei Amazon werden die Spiele zwischen 1,99 und 9,99 gehandelt – und bei diesem günstigen Preis
nehme ich ja den Schrott in Kauf dass das Spiel 3 Testspiele am Anfang dazu installiert,
nicht aber das es nur 60 Minuten geht.
Zumal man sich diese Version ja auch kostenlos auf der Seite runterladen kann.
(Ohne Wartezeit und Porto)

Dem Ebay Verkäufer kann man ja erstmal unterstellen dass er/sie
auf die Aufmachung genau so hereingefallen ist wie ich,
denn die Spiele waren ja original verpackt.
Aber von der SoftwareFirma finde ich das frech wenn „der Spass“ nach 60 Minuten vorbei ist .
Der Stand der Dinge: email an „Support“ geschickt – warte auf Antwort.

Amerika, das Land der unbegrenzten Extreme

Ok, ich bin natürlich auch nicht ganz normal wie man weiss,
wie sonst sollte man es erklären dass ich gestern ca. 8 Stunden
fremden Menschen beim Einkaufen zugesehen habe?
Genauer gesagt eben Amerikanerinnen und Amerikanern.
Erst war ich fasziniert und auch ein bisschen neidisch.
Ich möchte zwar nicht, dass wenn ich an der Kasse fertig bin
alle Umstehenden klatschen, genau so wenig möchte ich
dass an der Kasse meine Einkäufe verpackt werden,
aber einen 800 Dollar Einkauf für unter 10 Dollar zu bekommen
würde ich natürlich gerne annehmen.

Ein 800 Dollar Einkauf würde bei mir natürlich fast für ein ganzes Jahr reichen
aber der Amerikaner wäre nicht der Amerikaner wenn er nicht alles
ins Extreme pervertieren würde. Selbst einen Lebensmitteleinkauf.
Es hat ein bisschen gedauert bis ich verstanden habe
wie „Einkaufen“ in Amerika funktionieren kann.

Amerika ist das Mutterland der Coupons die den Werbebeilagen der Zeitungen beiliegen.
Die gezeigten shopper besorgten sich nun hunderte dieser Beilagen,
schnitten die Coupons aus und sortierten sie in einem Ordner
der bis zu 10 Kilo wiegen konnte.
Dann wurden die Sonderangebote der Läden auf die vorhandenen
Coupons gecheckt und eine mehrere Seiten lange Einkaufsliste geschrieben.
Der Einkauf wurde mit einem oder mehreren Helfern generalstabsmässig
durchgeplant, es durfte nichts in den Wagen wo kein Coupon für existiert.
Der Couponsammler der Familie war der Chef – und das war in
einigen Familien der minderjährige Teenie.
Der Ordner muss natürlich mit, just in case es gibt ein Extra Sonderangebot.
Wenn mehrere Einkaufswagen gefüllt waren ging der Tross zur Kasse.
Das dauerte dann fast immer mehrere Stunden, manchmal musste
der Einkauf in bis zu 17 Einzelkäufe unterteilt werden,
damit alle Gutscheine und Rabatte wirksam abgezogen werden konnten.

Ich habe Frauen weinen sehen, weil Gutscheine abgelehnt wurden
und so ihre Berechnungen nicht mehr stimmten, was in deren System
gleichbedeutend war als Mutter und shopperin „versagt“ zu haben.
In der Regel war es aber so dass ein mehrere Hundert Dollar Einkauf
für wenige Dollar oder gar völlig kostenlos zu haben war.
Das kam daher dass es für einige Produkte sogar noch Geld gab
dafür das man sie mitnahm. Klingt merkwürdig, schien aber so zu sein.

Zwei Beispiele:
1. Eine Packung Nudeln kostet 99 cent. Man hat einen 50 cent Gutschein der
vom Laden verdoppelt wird und bekommt pro Packung Nudeln 1 Cent gutgeschrieben.
2. Ein Medikament gegen Kopfschmerzen kostet normal 5,49 Dollar, ist im Angebot für 2,49
man hat einen Gutschein für 5 Dollar und bekommt so pro Packung 2,51 Dollar raus.
Da nimmt der Amerikaner dann gerne mal 20, 49 oder 110 Packungen
je nachdem wieviele Gutscheine man halt gesammelt hat.
Für den gutgeschriebenen Betrag kann man dann Produkte
kaufen für die man keine Coupons hat.

Okay – rechnerisch ist das natürlich smart. Wer würde sich lange wehren
wenn er noch Geld dazu kriegt nur weil er ein Produkt mitnimmt?
Natürlich ist es schon ein bisschen „komisch“ wenn ein 15 jähriger
sich einen 4 Jahresvorrat Binden in den Einkaufswagen packt
oder jemand ohne Baby zuhause 20 Pakete Windeln „kauft“.
Richtig smart wäre es dann später diesen Posten weiterzuverkaufen.
Aber der Amerikaner ist da auch wieder anders.
Die gezeigten Extremshopper hatten ALLE einen eigenen Minimarkt
in der Wohnung, den aber selten jemand anderes benutzen durfte.
Nichtmal die eigene Familie.
Die Waren wurden verwaltet und bewacht wie das Gold in Fort Knox.
Neben Lebensmitteln waren es hauptsächlich Zahnpasta, Toilettenpapier,
Windeln, Deos, Spül- und Waschmittel, Duschgel und Shampoos –
jeweils in Jahres oder Mehrjahresbedarfsmengen.
Bedenklich fand ich dass einige der shopper wohl eher auf Partner
oder Kinder verzichten würden als auf ihre heiligen Vorräte.

Ich fands auf eine Art faszinierend aber dieses bis in die Perversion
übertriebene hat mich -soweit es bei Amerikanern noch möglich ist- geschockt.

Wenn es in Deutschland attraktive Coupons geben würde, würde ich sicherlich
auch versuchen für 0 einzukaufen, aber nur im Rahmen dessen was ich brauche.
Wenn ich Geld kriegen würde weil ich Produkte mitnehme die ich nicht brauche,
würde ich sie hinterher wieder zu Geld machen.
Leider gibt es in Deutschland nur recht unattraktive Coupons.
Ein Geschirrspülmittel von P&G das normal 2 Euro kostet und
auf das man einen 50 Cent Gutschein bekommt ist damit
immer noch doppelt so teuer wie ein No name Produkt.
Auch glaube ich nicht, das der deutsche Discounter sich darauf einlässt
seinen Kunden Geld dafür zu geben, dass sie ein Produkt mitnehmen.
Schade eigentlich, denn bei vielen Produkten wäre das angebracht.

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Mist, Bahnhof verpasst…

Andere Leute verpassen vielleicht einen Zug- ich habe einen Bahnhof verpasst.
Gestern habe ich folgendes entdeckt:
http://www.ndr.de/nachrichten/Bahnhof-zu-ersteigern-ab-222-Euro,bahnhoefe126.html“
(Ich weiss nicht warum – heute kann ich hier keine links machen.)
Jedenfalls hat da jemand einen alten Bahnhof für 800 Euro gekauft.
und das nichtmal im Osten, sondern in Dithmarschen… Das andere Osten halt.😉

Ich bin eigentlich überhaupt nicht der Typ für Bauernhofromantik und Landleben,
zumal ich nicht mal ein Auto habe, aber der entscheidende Vorteil liegt klar auf der Hand:
Keine nervigen Nachbarn.

Heute am Sonntag morgen bin ich von Zahnarztgeräuschen aufgewacht.
Als meine Ohren auch wach waren habe ich festgestellt,
dass es sich um Schleifarbeiten handelt.
Ich kann ja schon froh sein, dass er die Baustelle – denn nach mehreren Stunden
muss es sich ja um etwas derartiges handeln, nicht erst abends oder nachts angefangen hat.
Denn gerade DER Nachbar macht sowas wann ER will.
Trotzdem es nervt. Zumal die Geräuschquelle genau unter meinem Bett/Wohnzimmer ist,
was natürlich nicht heisst dass man sie in der restlichen Wohnung nicht auch hört.
Es besteht also innerhalb der Wohnung keine „Fluchtmöglichkeit“
und entspanntes „Irgendwas“ ist nicht möglich.
Selbstverständlich ist es nicht der einzige laute Nachbar – mit einem
könnte ich eventuell sogar (über-)leben, aber in diesem Haus sind fast alle so.
Es mag sein, dass ich mittlerweile einfach spiessig bin,
aber wo ich wohne will ich RUHE haben.
Und als ich vor 100 Jahren in dieses Haus gezogen bin war das auch so.
Und ich reg mich hier gerade nicht über quietschende Dielenböden auf
oder das jemand sich mal streitet oder ein Loch bohrt sondern über
rücksichtsloses Verhalten und vermeidbaren Lärm
wie z.B. Türenknallen und „Gespräche“ im Treppenhaus über 2 Stockwerke,
nächtliche Baustellen und ähnlichen Lärm-Terror.

Natürlich steht es mir frei auszuziehen, aber ich seh es irgendwie nicht ein
dass ich dann 1000 oder mehr Euro bezahlen soll,
nur weil sich andere Menschen wie Idioten benehmen.

Also wenn jemand einen Bahnhof für 800 Euro „über“ hat oder ein ähnliches Gebäudchen:
Ich nehme es. Es darf nur nicht so weit von der Zivilisation entfernt sein, denn
EIGENTLICH bin ich ein Stadtmensch. Nur ohne andere Menschen.😉

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Schuhe sind eine ernste Angelegenheit

Es gab Zeiten, da hatte ich genau 1 Paar Schuhe und die sind mir schon
fast von den Füssen gefallen – aber damit war ich glücklich.
Mittlerweile habe ich 6 Paar und jeder wird zugeben: Da ist noch Platz nach oben.
Gestern habe ich mir auf Ebay 2 weitere Paare „geschossen“.
Wahrscheinlich brauche ich dazu dann demnächst neue Klamotten,
denn so wirklich zu allem passen sie zugegeben nicht. Aber zu mir.
Ich glaube die pinken Schuhe eignen sich bestimmt gut zur Bodenpflege
wenn man entsprechende Schwämme an die vorderen Absätze bastelt.
Auf jeden Fall habe ich zu denen adäquat passende Putzhandschuhe.🙂

schuhe

stark impressed war ich auch von diesen Stiefeln hier:

schuhe2

Allerdings, obwohl ich noch gar nicht mal weiss ob mir die obigen Schuhe korrekt passen
und ich durchaus zu einem gewissen Cinderella Effekt bereit bin
(Auf einzelne Zehen könnte ich eventuell verzichten)
finde ich die Fusshaltung bei den roten Stiefeln etwas extrem. Aua.

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Eine Frage an die Welt

Wer auf der Welt (ausser der verehrte Mark Benecke) braucht eigentlich Fliegen?
Sie nerven, sie sind unbelehrbar und es sind einfach zu viele.
Obwohl um zu nerven reicht eine einzige.
Wenn ich wenigstens eine sinnvolle Aufgabe der Fliege wüsste
könnte ich mir einreden es wären nützliche Wesen.
Wahrscheinlich aber sind Fliegen einfach zu dumm für
irgendeine Aufgabe ausser für ihre eigene Existenz.
Man könnte natürlich einwerfen, das könnte auch für
einige Exemplare der Gattung Mensch zutreffen und da stimme ich sogar zu –
aber die verirren sich wenigstens nicht in meine Wohnung.

Da lobe ich mir doch die gemeine Hausspinne, die die Regeln einhält
und sich nicht in meiner Nähe zeigt und demzufolge hier wohnen darf.
andererseits – ich glaube ich habe keine aktuelle Spinne,
denn ich habe zwar Spinnenweben aber die sind alt und unbewohnt.
Und selbst die dürfen bleiben, da sie mich nicht stören.

Tierschutz hin – Karma her: Ich bin für die Ausrottung der gemeinen Stubenfliege.
Bis auf weiteres. Mark Benecke möge mir verzeihen – ihm bleiben ja die Maden und die Schaben.😉

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Ich kann`s nicht lassen

Ich kann es nur sehr schwer bis gar nicht ertragen,
wenn jemand Bücher wegschmeisst.
Okay – es gibt natürlich Bücher die soooo kaputt sind
dass man nicht umhinkommt sie zu entsorgen.
Aber es gibt Trilliarden von Büchern die weggeschmissen werden
weil es schlicht zu mühsam ist einen neuen Besitzer aufzutreiben.
Und bei wenigen Dingen ist der Wertverfall so gross wie bei Büchern.
Für aktuelle Neuauflagen bezahlen nicht wenige Menschen sehr viel Geld.
Einmal gelesen kann man gewisse Bücher noch immer gut verkaufen,
aber schon nach wenigen Monaten kann man andere Bücher ohne Makel
und Fehler als sogenannte Mängelexemplare für billiges Geld kaufen.
Gebrauchte Taschenbücher die nicht gerade Bestseller sind hingegen
sind nahezu unverkäuflich. Im Bestfall bekommt man 50 Cent auf dem Flohmarkt.
Deshalb werden viele Bücher weggeschmissen.
Wenn so ein Karton irgendwo rumsteht oder auf dem Sperrmüll landet
kann ich nicht dran vorbeigehen ohne einige Bücher zu retten.
Selbst Bücher die ich niiiiiiie lesen würde.
Die setze ich dann manchmal auf Ebay und ärgere mich hinterher
sie nicht doch weggeschmissen zu haben, denn sie gehen meistens für einen Euro weg.
Das wäre ja okay – ich bin auch für Kleingeld zu haben😉
aber gerade von den Leuten beschweren sich manchmal Menschen
dass 20/30 Jahre alte Bücher nicht ladenneu aussehen,
nach Gebrauch oder schlimmer noch nach PAPIER riechen würden.

Und trotzdem rette ich immer wieder Bücher vor der Verbrennung.
Gestern habe ich wieder eine seltsame Mischung gefunden:

buecherjuni2014

Die oberen Bücher sind nahezu 100 Jahre alt und auch wenn sie teils obskuren Inhaltes sind
muss man ihnen doch mit Respekt begegnen. Gerade die Ausgabe von Ben Hur ist
leider in einem armseligen Zustand, aber hat eine wunderbare Haptik.
Da es in Fraktur gedruckt ist werde ich es wohl kaum lesen,
obgleich ich es lesen könnte, aber es ist halt anstrengend.
Hauptsache ich habe es gerettet.

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Manchmal ist Kultur auch anstrengend

Gestern – nun schon vorgestern – also am Freitag wollte ich zu einer Lesung gehen.
Timur Vermes sollte nach Kiel kommen und aus „Er ist wieder da“ lesen.
Zufällig hatte ich das Buch im Mai auf einem Flohmarkt gekauft und alsbald gelesen.
Ich war also recht zeitig vor Ort und besorgte mir eine Karte zum unglaublich
unschlagbarem Preis von 2,- Euro. Und die sollten löblicherweise sogar an Viva Con Aqua gehen.
Dafür musste man allerdings in Kauf nehmen das es noch einen Vortrag
und eine Diskussion geben sollte.
Thema: Von Chaplin zu Moers – Hitler Parodien –
Darf man das und wenn ja -darf man dann drüber lachen?

Als es anfing wurde meine Hoffnung jäh zerstört, dass der Vortrag NACH der Lesung sein könnte.
Selbstverständlich war er vorher. Das Publikum war gemischt, es waren einige ältere Menschen dort,
aber die meisten waren jünger. Auf die Frage, wer das Buch gelesen hat meldete sich
nach meiner Schätzung knapp etwas weniger als die Hälfte.
Der Vortragsredner begann seinen Vortrag mit den Worten: „Ich bin nicht Walter Moers.“
Das sollte wohl ein lustiger Einstieg sein, aber ich denke es hätte eh niemand vermutet
er könne Walter Moers sein, zumal sein Name die ganze Zeit auf der Leinwand eingeblendet war.
Es wurde schnell klar, das ein Grossteil der Anwesenden Studenten aus seinem Fachbereich
an der Uni waren, dem Institut für neue deutsche Literatur und Medien.
Womöglich war es auch nur ein Aufmerksamkeitstest von ihm.

Zu meiner Freude sagte er, er wolle lediglich eine kurze Einführung in das Thema geben.
Wie sehr oft wenn Leute das so ankündigen dauerte es dann doch etwas länger.
Hinter mir sass ein weiblicher Erklärbär, die ihrem Freund den Ablauf des Abends,
die Wohnverhältnisse des Dozenten, den Inhalt des Buches und so ganz nebenbei noch die Welt erklärte. Vor mir sass ein Päärchen das augenscheinlich lieber mit sich alleine wäre
Die Studenten verfielen in diese unangenehme Stimmung
an unpassenden Stellen zu kichern oder zu lachen als wenn es dafür Noten geben würde.
Der Vortrag selber war dann doch nicht gänzlich uninteressant- aber schwer durcheinander,
ich habe sogar eine Lieblingsstelle. Es ging gerade um „Hitler auf Titelbildern“
und neuere deutsche Filme wie „Der Untergang“ und „Schtonk“ – der Dozent wollte wohl
das Publikum darauf hinweisen das die Hitler Tagebücher eben gerade keine Parodie waren
und sagte: „Der Stern hat ja wirklich geglaubt, er hätte die Spiegel-Tagebücher gefunden“.
Ich fands lustig, die Studenten haben es wahrscheinlich nicht gehört –
jedenfalls haben sie da nicht gelacht.
Es kamen noch ein paar lustige Verschwörungstheorien zu Gehör,
Mo Asumangs Film „Die Arier“,  der vor Monaten auf Arte und im ZDF lief wurde fälschlicherweise
als „Arte Interview“ untertitelt, dann war der Vortrag auch irgendwann vorbei und die Lesung fing an.

Timur Vermes hat Kapitel 10 vorgelesen und noch einige Interviews mit den Hauptfiguren,
die so nicht im Buch vorkommen und dann wurde die Bühne schon umgebaut für die Diskussion.
Da ich nicht mit Studierenden diskutieren wollte und zudem dringend auf Klo musste
war es mir eigentlich ganz recht. Manchmal ist Kultur eben auch einfach nur anstrengend.
Immerhin weiss ich jetzt wie der gute Mann sich ausspricht: Vermeeesch.

vermes

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